Gefährdet der starke Franken die soziale Sicherheit?
Viele Schweizer machen es vor. Sie sprechen und lernen fremde Sprachen, arbeiten und bereisen ferne Länder, um neue Erfahrungen zu sammeln, die Abenteuerlust auszuleben, Ferien zu machen oder nach getaner Arbeit den Lebensabend in der Sonne zu geniessen. Der Aufenthalt im Ausland ist vielmals nur temporär, manchmal dauert er ein paar Monate oder Jahre und in einigen Fällen sogar für immer. Der Aufenthalt im Ausland führt zu neuen Einsichten, grösserem Verständnis für andere Kulturen und vertieft das Wissen über bilaterale Fragen.
Aus einem temporären Auslandaufenthalt wird plötzlich ein permanenter und dieser kann einige negative Folgen nach sich ziehen. Erfolgreiche, berufstätige junge Schweizer sehen sich bei einem Stellenwechsel ins Ausland mit den verschiedensten sozialen Systemen konfrontiert. Rentner erleben, dass die versprochene Gleichbehandlung in den verschiedenen Staaten nicht unseren Normen entspricht und etablierte Auslandschweizer erleben, wie unsere traditionellen Werte schnell zerbröckeln. Die angesparten Pensionsbeiträge werden nicht von jedem Land bedingungslos und ungekürzt ausbezahlt wie dies die AHV bei Ausländern handhabt.
Neben diesen Unsicherheiten hat der Auslandschweizer auch ein beträchtliches Währungsrisiko zu tragen. Die schwedische Krone beispielsweise hat sich in den letzten vier Jahren um über 40% abgewertet und damit erodiert die zukünftige Pension. Auch der Euro verliert in der gleichen Zeit über 30% an Wert und der $ hat sich halbiert.
Die Lücken der AHV (Auslandaufenthalt im EU-Raum) strafen den Auslandschweizer gleich doppelt. Eine Rückkehr in die Schweiz, um sich hier zur Ruhe setzen, bleibt für viele Auslandschweizer ein unmöglicher Traum. Vielleicht reicht das Geld gerade noch, um hier Verwandte und Bekannte in den Ferien zu besuchen.
Deshalb fordert SVP International, dass alle Auslandschweizer wieder die Möglichkeit haben, der freiwilligen AHV beizutreten.
Zudem ist auch sicherzustellen, dass Schweizer im Ausland ihre Bankkonten in der Schweiz haben dürfen, damit sie wenigstens die AHV in der Schweiz erhalten und selber entscheiden können, wann sie das Geld transferieren wollen. Auslandschweizer in den USA haben heute die grössten Schwierigkeiten, ein Konto bei einer schweizerischen Bank zu behalten um ihre Guthaben zu transferieren.
Weitere Auswirkungen der Personenfreizügigkeit
Seit bald drei Jahren bin ich nach 15 Jahren Auslandaufenthalt wieder in Zürich ansässig. Verwundert spitze ich die Ohren, wenn ich im Tram 13 von Höngg in die Stadt fahre. Es wird Hochdeutsch und Englisch gesprochen, Schweizer scheinen nicht mehr Tram zu fahren oder sie sagen nichts. Als ich aber auf den Bus Nr. 32 umsteige, befinde ich mich weit weg, nämlich in Südamerika, Afrika oder auf dem Balkan. Stimmt es also doch, dass Ausländer Schuld haben an steigenden Wohnkosten?
Wieviele Geschäftsleitungsmitglieder in den grössten Firmen der Schweiz sind denn eigentlich Ausländer? Interessanterweise sind von 907 Geschäftsleitungsmitgliedern in den grössten Firmen der Schweiz 407 Ausländer (45%) – und sage und schreibe 46 Frauen (5%). Die Dominanz der ausländische Manager in der Geschäftsleitung hat zur Folge, dass auch weitere gutbezahlte Stellen an Ausländer vergeben werden. Ausländische Manager kennen unser Bildungssystem nicht und Schweizer riskieren, diskriminiert zu werden. Wie sagt man doch: „Gleich und Gleich gesellt sich gern“.
Die Einführung von Kontingenten, eine Nachweispflicht, dass es keine Schweizer gibt, welche für den Job in Frage kommen würden sowie die Anerkennung des schweizerischen Bildungssystems sind weitere Forderungen der SVP und der SVP-International.
Inge Schütz, Vorstandsmitglied SVP International und Nationalratskandidatin in ZH